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Was will die Neue Kunsthalle Zürich/Amrain?

Die NKZ/A ist ein Projekt zur Evaluierung neuer Denkansätze bei der Kunstförderung auf Gemeinde wie Kantonsebene. Dieser Diskurs ist blockiert udn tabuisiert, gilt technisch wie inhaltlich als unlösbar ohne eine völlige Umkrempelung der Geselschaft. Wir sind da anderer Hoffnung und behelfen uns mit Amrain, der Fiktion der Literaten Meier und Keller.

Es gibt keine Probleme!

Es ist für Künstler zu einer Herausforderung geworden einen ursächlichen Gedanken bei der Produktion zu bewahren, der aus einer traditionellen und professionellen Passion stammt.

Im Zentrum dieser Passion steht das Erbe, die Gegenwart und die Zukunft des Menschen und der Menschheit, deren Fähigkeiten und spezifische Konstitution im Rahmen der kulturellen Entwicklung und der konstruktiven Entwicklung einer ethischen Haltung gegenüber sich selbst und der Mitmenschen.

Die aktuelle Fassung der einheimischen Demokratie hat die Tendenz dieses Model des Menschen für die Bedürfnisse der Wirtschaft und der persönlichen Überzeugungen der Profiteure umzuformen und baut zwischen den Günstlingen des Systems (Mehrheit) und den Undefinierten, die einen Tribut leisten müssen, der aus den Möglichkeiten besteht, die das Modell bieten würde.

Die Profiteure der aktuellen Demokratie nutzten das Feld der Kunst dazu, um aufkommende antagonistische Tendenzen des Systems (die in ihm immanent vorhanden sind) zu verschleiern oder um ihren persönlichen gesellschaftlichen Status auf Kosten der Undefinierbaren zu untermauern. Das schadet dem Ruf der Kunst und hemmt die Entwicklung der echten Demokratie, die sich nach den staatspolitischen Wirren des 20. Jahrhunderts eigentlich entwickeln müsste.

Die Kunst wird als Reservat für akademische bürgerliche Berufskarrieren missbraucht, die aus Bequemlichkeit einem ethisch-inhaltlichen Streit in ihrem ursprünglichen Forschungsbereich oder Tätigkeit aus dem Weg gehen wollen. Durch die Digitalisierung und Globalisierung werden in den Verwaltungen und Firmen die Arbeitsplätze für den mittleren bis oberen Mittelstand transparenter. Die Gefahr, dass die sozial motivierte Vergabe von Bullshit-Jobs oder unnötigen Beratungsaufträgen auffliegt, wird immer grösser. Künstlerische Berufe werden auf Kosten einer zeitlosen Idee, die für aktuelle Strömungen eher unempfänglich ist und die ansonsten nur Wert auf Schlüssigkeit, Qualität und gesellschaftliche Autonomie legt, scheinbar professionalisiert, aber in Wirklichkeit nur an ein neu-feudalistisches Prinzip angepasst, dessen Zweck es ist, den bevorzugten Schichten einen gut bezahlten Anstellung zu gewähren.

Die Kunst steht für eine Entwicklung des freien Denkens und sie hat heute einen schweren Stand in den Meinungsbildungsinstrumenten, die den aktuellen Identitätsdebatten nacheifern.

Auf bürokratischer Ebene geht die Kunstförderung von überholten bildungspolitischen Mustern der Bürgerlichen Zeit aus. Die Verwaltung und Bewahrung binden einen grossen Teil der Kulturbudgets. Im Grunde können die Kulturbeauftragten mit diesen Budgets ihre Leitidee nicht mehr umsetzen. Wieso stellen sie das Problem nicht politisch zur Diskussion? In Zürich wird die Abgrenzung zwischen den unterschiedlichen Institutionen und Kontrahenten mit unterschiedlicher politischen und sozialen Couleur nur unpräzise definiert. Es entstehen keine Reibungsflächen oder Platzhalterkämpfe, die dann den erwünschten Wettbewerb auf handwerklicher und inhaltlicher Ebene auslösen. Im Prinzip muss die Kunst eine gesellschaftliche Unabhängigkeit wie die Justiz und das Gericht erhalten. Negatives Beispiel: das sommerliche Skulpturenspektakel. Im Ausschreibungsverfahren dazu wird angemahnt, sich den örtlichen Bedingungen anzupassen. Im Fall des Paradeplatz heisst das, dass eine Zusammenarbeit (und Finanzierung) mit einer der dort angesiedelten Galerien – die gerade als Steuerschlupflöcher im grossen Stil in Verruch geraten sind – als Voraussetzung gilt. Dabei wäre gerade dort eine künstlerische Intervention nötig, die einmal im Jahr eine andere Realität auf(er)scheinen lässt.

Gibt es eine Zielvorgabe in dem Projekt?

Ja. Das Gerüst bilden die bisherigen Fragestellungen:

- wo grundlegende Probleme zwischen dem Bewahren und Erhalten und der gleichzeitigen Förderung der vielen Sparten enstehen und wie man sie löst.

- welche Veränderungen die verschiedenen Interessengruppen durchlaufen haben, wo sie heute stehen und welche demokratische Legitimation hinter ihren Forderungen stehen.

- wie inhaltlich argumentiert werden kann, um die politische Instrumentalisierung und den Abfluss der Kulturgelder in die Kreativitätswirtschaft und den Kunstmarkts zu stoppen.

- wie der Bereich Kunst als Testgelände für staats- , sozial- und kulturpolitische Entwicklungen dient.

- wie die Kunst von dieser neuen Praxis profitiert.

- wie der Staat und die Gesellschaft davon profitieren.

Das Projekt NKZ/A läuft bis Ende 2019.

Kontakt: info@neuekunsthalle.ch