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Projekt 08 Anastasia Katsidis
Titel: Die Lesenden

Es ist eine kleine Gruppe geworden, herausgeschält aus den 7 m3 Holz durch Anastasia Katsidis Hand, die gewandt die Hölzer wirbeln liess. Drei Arrangements aus Holz hat sie in kurzer Distanz zueinander frei nebeneinander gesetzt. Reihum bilden die Beiträge ihrer Vorgänger auf dem Gelände einen freundlichen Hintergrund. Ihr etwas kleineres Volumen und ihrer besonderen Konstruktion wegen, verraten die Drei sich dennoch als Geschwister. Dadurch ergibt sich eine zweite, parallele Ausstellungssituation, die für sich eine autonome Sphäre behauptet. Ebenso markieren das angelieferte Holz und das hinzugefügte Material, resp. das verschwundene Material, Distanz und Eigensinn. Das ursprünglich zu verwendende Material bestand grösstenteils aus Gebrauchsgegenständen, also beispielsweise Konsolen von Schreibtischen und entsprechenden Zubehörteilen, wie auch die Holz-Paletten, mit denen das Mobiliar wahrscheinlich irgendwo mal hin und her bewegt wurde. Wechselhaft und bewegend sind ebenfalls die Intensionen und Gefühle angesichts der Fremdkörper, die man gut erkennt, da sie gegenüber dem anderen Kunstinventar auf dem Gelände fremd wirken. Es sind kalkweisse Büsten kindlicher Ausprägung und gestrichene Flächen, also aktiv verändertes, sowie extra angekarrtes Material – entgegen den stringenten Hausregeln der NKZ. Die Objekte wirken wie Insel-Szenarien mit einsamen, desillusionierten Bewohnern. In ihrem Schicksal lesend suchen diese Kleinkinder-Büsten die Gründe für ihr Ungemach, die Autorität der Kunst auch auf freundlichem Terrain proklamieren zu müssen. Von Natur aus kunstfremd sind die Gartenzwerge der griechisch-römischen Kultur einer Willkür ausgeliefert, sehnen sich nach der Vernichtung ihrer Bedeutungslosigkeit. Analog dazu steht die Vernichtung des Materials, das die Künstlerin aussortiert hat. Der Schlund der Zürcher Verbrennungsanlage ist der Vorbote von dem, was der ganzen Institution blüht. Ist es da nicht tröstlich zu wissen, dass aus den schwarzen Löchern als einziges die Poesie zu entrinnen vermag? Es ist zumindest eine Chance und sicherlich ein sehr interessanter Arbeitsansatz.