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Titel: Holz für Zürich


Foto und Plakatvertrieb bei furrer-markus.ch


Es gibt viele Arten von Systemen und auch eine ganze Menge Sorten von Betrieben, die zurzeit Teil unserer Wirtschaftsordnung sind. Bereits eine Auswahl wäre gigantisch. Ich fokussiere deshalb ziemlich beliebig und doch mit Absicht auf einen vertrauten Systemträger, welcher uns Menschen stärker verbindet, als es Gefühle noch vermögen - den Computer.
Betriebssysteme von Computern stammen leider nur auf einen ersten oberflächlichen Blick aus einer kulturfremden Welt. Sie beinhalten nälich: die Benutzerkommunikation - das Laden, Ausführen, Unterbrechen und Beenden von Programmen und das Verwalten und Zuteilen der Prozessorzeit. Die Verwaltung und Zuteilung der Prozessoren-Zeit setze ich in Beziehung mit dem Vorgang, der dazu verleitet, verführt oder zwingt, sich etwas anzusehen, sich Gedanken zu machen; er (der Vorgang)besetzt thematisch die kognitiven Prozesse in unserem Kopf. Diese Ausführung greift gewiss zu kurz, da die Prozesse in unserem Kopf oft gänzlich mit sich selbst beschäftigt sind und die Realität (Aussenwelt) gar nicht mitverfolgen.
Die beiden Künstler Furrer und Keller haben ein Verfahren gewählt, dass u.a. mit der Prozessoren-Zeit arbeitet. Zerteilen sie doch ebenso die Aufmerksamkeit, die der Haufen Altholz als die Komposition eines Betriebssystem erhält, indem sie Fragmente ( einzelne Hölzer) in die Welt hinaustragen und die Orte - an denen diese Holzstücke interagieren und wo neue Geschichten beginnen - fotografisch festhalten, auf dass der Betrachter hier vor Ort gedanklich in der Stadt Zürich umherreist. Diese Transformation des Repräsentanten Holzhaufen zugunsten seiner Einzelteile oder Einzelschicksale kann für Romantiker eine grosse Flut an Gefühlen auslösen, auch weil die generösen Fotoarbeiten eine dramaturgische Qualität haben, denen sich nur verstockte Kritiker entziehen können. Dieser (der Kritiker) weist darauf, dass sein Mitgefühl oder seine Empathie beim Holzhaufen verortet ist, der nun - seiner Filet-Stücke beraubt - noch daliegt als Relikt einer ursprünglichen Form und Gestalt, die freudig darauf gewartet hat in ein Paradestück der Kunst verwandelt zu werden. Nun aber verbleibt es im ursprünglichen Zustand, flankiert von zwei Totenwüchtern, die ein wenig Schutz bieten. Weder die Grösse noch das Spektakel wurden von den beiden Künstlern Furrer und Keller bedient. Vielmehr erkennt man an der aufgerissenen, feingleidrigen südwestlichen Flanke des Holzhaufens den zarten Akt einer Handlung, die auf dem Wege dazu ist Kunst zu vollbringen.