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Die Statistiken sind nicht verifiziert durch entsprechende Erhebungen. Sie zeigen nur visuelle Darstellungen von Zusammenhängen, die als Frage oder als Schlussfolgerung beim Studium über das Thema immer wieder auftauchten. Manchmal ist eine grafische Umsetzung - eine an das habtische angelehnte Darstellung, wie dies zurzeit auch im Bundesbern beliebt ist, wo mit Holzklötzen für das EU-Abkommen geweibelt wird - sehr hilfreich, um Fehler oder neue Möglichkeiten zu finden.




Ausrichtung politischer Parteien. Entsprechend den kulturellen Interessen ihrer Mitglieder fördern die Parteien die Kultur. Sie repräsentieren dadurch ca. 30 % der Gesellschaft, Tendenz sinkend. Die Mehrheit der Bevölkerung hat gegenüber der klassischen Künsten ein ambivalentes Verhältnis. Einerseits ein Bewusstsein, dass die Kultur wichtig ist für eine Demokratie, andererseits zeigt die Mehrheit im Alltag überhaupt kein Interesse an der Kunst. Und wenn doch, dann nur in unterhaltsamer Form oder zur Beschäftigung der Kinder, mit den ansprechenden Anpassungen. Linke, liberal-christliche und liberal-bürgerliche Parteien haben auch ökonomische Interessen an der Förderung, da ihre Mitglieder oft in diesen Bereichen arbeiten oder aus familiengeschichtlicher Traditionen davon profitieren. Neoliberale und ländlich-bürgerliche Parteien überlasssen es der Marktwirtschaft die Angebotspalette der Kultur zu gestalten.



Mitspieler, Interessengruppen, Stakeholder



Die Differenz zwischen den tatsächlichen Ausgaben und dem, was sich die Betroffenen und die Interessenten auf dem offenen Feld der Kultur wünschen, herrscht eine grosse Kluft. Die Langsamkeit der politischen Prozesse, die glücklicherweise den Populismus bislang etwas bremste, wird in der Kultur dazu missbraucht, um den Status Quo zu behalten. Seit den 1970igern Jahren wird gegen die Leuchttürme opponiert und Krawalle durchgeführt, trotzdem sind in diesem Bereich bisher keine Einsparungen erwirkt worden. Die Schere hat sich, gemessen an den Mitspielern, wie in der realen Welt noch mehr geöffnet. Antagonismen sind dadurch verhindert worden, indem man die künstlerische Tätigkeit auf ein Hochschulniveau gehoben hat, also aus dem Prekariat des unteren Arbeitnehmertums herauslöste. Der Preis dafür war die Vermischung und Verschleierung der künstlerischen Produktion mit der Bürokratie. Dementsprechend sagt man, dass der neue Status der Kunst als Wissenschaft der politische Ersatz ist für ein generelles Grundeinkommen. Die eigentliche politischen Elite (oder der Parteiapparat im Kommunismus oder der asiatischen (autoritären) Demokratiemodelle - die Wirtschaftskapitäne - musste diesen Kompromiss eingehen, da sonst das System grundsätzlich in Schieflage geraten würde. Nun geniessen die vielen Kulturfunktionäre) ihre Pfründe auf Kosten der unteren Schichten, zu der man aus einem neu-philosophischen Blickwinkel (Bazon Brock) auch die Tierwelt (Massentierhaltung) und die Natur (Klimawandel) zählen kann.



Bestätig die vorgängige Grafik hinsichtlich der Veränderung von freiem künstlerischem Schaffen zu zielorientierten Berufen innerhalb schulischer und sozialer Institutionen oder wirtschaftsnahen Bereichen, die politisch erwünscht sind. Zusätzlich sieht man eine Überhitzung durch die Fokussierung auf jüngere Kunstschaffende. Damit einher geht eine handwerkliche Differenz, die durch die Digitalisierung und den Einsatz sozialer Medien auf einer psychologischen Ebene auf gruppendynamische Prozesse fokussiert.



Und wenn es ein sehr konservatives Argument ist: die Tatsache, dass die künstlerische Tätigkeit seit Aufkommen der Sprache und seit der Homo sapiens vor ca. 40'000 Jahren begann Höhlenwände zu zeichnen, die Menscheit bis hin zum jetztigen modernen Menschen die Kunst dazu verwendet, einen Einblick in das Phänomen Mensch zu bekommen, als das er sich selbst wahrnimmt. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Hinsichtlich der unterschiedlichen Lebensumstände und Vorstellungen, die weltweit herrschen, werden wir dieses Projekt auch noch lange nicht vollenden können. Auffällig ist nur, dass wir dennoch in jüngster Zeit eine starke Selektion hinsichtlich der Medienvielfalt und der Produktionsbedingungen betreiben. Es scheint, als hätte man z. B. aus dem Futurismus nicht viel gelernt.